Karishma Karishma
Orientalischer Tanz mit Karishma
Orientalischer Tanz mit Karishma

  Der Tanz

Ursprung und Wesen des Orientalischen Tanzes

Der Orientalische Tanz unterscheidet sich in seinen Bewegungen und im Rhythmus grundlegend von unseren abendländischen Gesellschaftstänzen. So stellen wir uns unter dem Begriff „Tanz“ in der westlichen Welt eher raumergreifende Schrittkombinationen vor. Im Orient findet der Tanz überwiegend binnenkörperlich statt und konzentriert sich auf die Körpermitte. Dies ist wohl auch der Grund, weshalb ihn die ersten Orientreisenden „Bauchtanz“ nannten. Wichtigstes Merkmal dabei ist die Isolation, d.h. es werden einzelne Körperteile unabhängig voneinander isoliert bewegt. Deshalb kann der orientalische Tanz auch im sitzen und auf dem Boden ausgeführt werden. Bauchtanz ist ein Tanz der Seele. Gefühle und Stimmungen werden im Tanz nach außen gebracht.

Der Tanz an sich gehört zu den ältesten Kunstformen des Menschen und heute wissen wir, dass der Bauchtanz in seiner ursprünglichen Form der älteste Tanz ist, den Frauen jemals getanzt haben.
Alte Schriften und bildliche Darstellungen bezeugen, dass es bereits 2400 v.Chr. eine Kaste professioneller Tänzerinnen gab. Die ersten Tänzerinnen stammten aus Schwarzafrika und ihre Tänze hatten einen sinnlich-erotischen Charakter.
Mit rhythmischen Tanzbewegungen wurde symbolisch die kosmische und lebensspendende Kraft ausgedrückt. Diese Geburtstänze hatten als Fruchtbarkeitstänze einen religiösen Hintergrund.

Nun können wir beobachten, dass genau dieser sinnlich-erotische Charakter für Ablehnung und Vorurteile in unserer westlichen Welt sorgt. Dabei ist sexuelle Aktivität die Voraussetzung allen Lebens. Unser ‚Dasein’ wäre ohne diesen heiligen Liebesakt gar nicht möglich.

Mit Ausnahme des Tempeltanzes entwickelte sich der Kult-Tanz nach und nach zum Schautanz. Wobei die Reichen tanzen ließen und die Armen selbst tanzten.
Der Tanz bekam damit nicht nur einen Unterhaltungs-Charakter, sondern war auch Privileg einer bestimmten Bevölkerungsschicht. Die Tänzerinnen selbst verdienten sich oft noch ein Zubrot als Kurtisanen, was sich wiederum sehr nachteilig auf den Ruf des Tanzes auswirkte und bis heute nachhallt.

Orientalischer Tanz heute

KarishmaDie heutigen Tänzerinnen bevorzugen den Begriff „Orientalischer Tanz“. Es wird ja außer dem Bauch auch der restliche Körper bewegt. Das Augenmerk liegt aber immer auf der Isolation der einzelnen Körperteile. Bauchtanz ist ein Improvisationstanz. Es gibt für jede Bewegung eine gewisse  Technik, die erlernt und geübt werden muss. Diese Bewegungen sind für uns Westeuropäer anfänglich ungewohnt und die Muskeln müssen erst trainiert werden. Der Tanz ist nicht so einfach wie er auf den ersten Blick wirkt, aber mit ein bisschen Disziplin ist er im Rahmen des Möglichen erlernbar. Der Tanz  soll ja in erster Linie Spaß machen. Wenn man regelmäßig und mit Freude tanzt,  wirkt sich dies nicht nur positiv auf den Körper, sondern vor allem auf die Psyche aus.

Der Tanz ist ein alternatives Ganzkörpertraining und gewinnt zunehmend auch in Deutschland an Interesse. Es gibt inzwischen im gesamten Bundesgebiet Shops für Orientalisches Tanzzubehör und Wettbewerbe im Orientalischen Tanz. Viele Frauen nehmen teil an den Kursen der Volkshochschulen oder besuchen Tanzstudios aus Freude an der Bewegung und am Tanz. Auch auf Familienfesten und Firmenfeiern etabliert sich der Orientalische Tanz mehr und mehr zum Highlight.